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Home»Aktuelles»Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum startet grösste Transformation seit seiner Eröffnung 1988
Aktuelles

Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum startet grösste Transformation seit seiner Eröffnung 1988

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 17, 20260 ViewsKeine Kommentare3 Mins Read
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Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf hat mit der umfassenden Neugestaltung seiner Dauerausstellung begonnen. Bis Mai 2028, dem 200. Geburtstag von Henry Dunant und dem 40-jährigen Jubiläum des Museums, entstehen bei laufendem Betrieb neue Ausstellungsräume zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft humanitären Handelns. Das Grossprojekt wird gemeinsam mit dem Basler baubüro in situ und dem Genfer Innenarchitekturbüro apropå umgesetzt und setzt auf Kreislaufwirtschaft, modulare Bauweise und die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Besucher:innen können den Umbau miterleben und aktiv mitgestalten.

Die nachhaltige Transformation erfolgt gemeinsam mit dem Basler baubüro in situ und dem Genfer Innenarchitekturbüro apropå. Für die Szenografie der neuen Dauerausstellung zeichnet sich Bellprat Partner verantwortlich. Das Unternehmen gestaltete bereits die Szenografie des Schweizer Pavillons an der Expo 2025 in Osaka. Das neue Museumsprojekt basiert auf drei zentralen Prinzipien: einer offenen Baustelle, konsequenter Kreislaufwirtschaft und der aktiven Beteiligung der Bevölkerung. Die Erneuerung erfolgt etappenweise in einzelnen Modulen. Dadurch bleibt das Museum während der gesamten Umbauphase geöffnet und zugänglich. Gleichzeitig werden neue Ausstellungsbereiche schrittweise eröffnet. Die neuen Strukturen basieren auf modularen, lokalen und wiederverwendbaren Materialien wie Holz und Lehm. Die Ausstellung wird so konzipiert, dass sie flexibel an neue Fragestellungen angepasst, erweitert und langfristig weitergenutzt werden kann. Ziel ist ein möglichst ressourcenschonender Umbau mit einem geringen CO₂-Fussabdruck. Zudem entsteht die neue Dauerausstellung im Dialog mit der Bevölkerung. Gemeinsam mit dem Schweizer Planungs- und Architekturbüro Denkstatt entwickelt das Museum Workshops und Beteiligungsformate, die Besucher:innen aktiv in den Gestaltungsprozess einbeziehen. Fragen, Perspektiven und kreative Beiträge fliessen direkt in die Entwicklung der Ausstellung ein. Dieser partizipative Ansatz ist in dieser Grössenordnung in der Schweiz einzigartig.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Die neue Dauerausstellung entfaltet sich entlang dreier Bereiche. Der Bereich Vergangenheit beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und ordnet ihre Geschichte in ihren historischen Kontext ein. Der Bereich Gegenwart widmet sich den Realitäten humanitärer Arbeit heute und macht die Herausforderungen, Spannungsfelder und Entscheidungsprozesse sichtbar, mit denen humanitäre Akteure weltweit konfrontiert sind.

Die Bereiche Vergangenheit und Gegenwart ermöglichen zudem die Präsentation von Objekten aus den Sammlungen des Museums, die bislang nicht öffentlich gezeigt werden konnten. Gleichzeitig bleiben bedeutende Bestände der bestehenden Ausstellung sichtbar, darunter der Friedensnobelpreis von Henry Dunant (der erste Friedensnobelpreis), das Faksimile der Genfer Konventionen (das einzige Faksimile) sowie die Objekte von Gefangenen. Auch die von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe aufgenommenen Karteikarten der Internationalen Agentur für Kriegsgefangene werden weiterhin zu sehen sein.

Der Bereich Zukunft lädt dazu ein, über die grossen humanitären Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte nachzudenken – von Klimawandel und technologischen Entwicklungen bis hin zum Zugang zu Gesundheitsversorgung. Gezeigt werden unter anderem Diagramme von Henry Dunant, die in Zusammenarbeit mit der EPFL in hochauflösender digitaler Form auf Grossbildschirmen erlebbar werden. Parallel dazu digitalisiert das Museum seine Plakatsammlung. Mehr als 1’000 historische Plakate werden künftig auf interaktiven Bildschirmen zugänglich sein. Zudem können Besucher:innen mithilfe einer gemeinsam mit der EPFL entwickelten KI-Anwendung eigene Plakate zu ausgewählten humanitären Themen gestalten.

Rotkreuz
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