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Home»Digital»KI braucht einen Notausgang – 6 Schritte für den Ernstfall
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KI braucht einen Notausgang – 6 Schritte für den Ernstfall

Schweizer FachmedienBy Schweizer FachmedienSeptember 14, 20260 ViewsKeine Kommentare3 Mins Read
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Am 3. September 2026 kam es nahezu zeitgleich zu Störungen bei ChatGPT, Claude und Grok. Nutzer konnten zeitweise nicht oder nur eingeschränkt auf die KI-Dienste zugreifen. Eine gemeinsame Ursache wurde nicht bestätigt. Der Vorfall zeigt, wie schnell die Abhängigkeit von KI-Anbietern zum Geschäftsrisiko werden kann.

Die KI-Beratung Neurawork empfiehlt deshalb: Jede geschäftskritische KI braucht einen Notausgang. Gemeint ist damit die Fähigkeit, einen wichtigen KI-Prozess innerhalb weniger Tage auch ohne den bisherigen Anbieter weiterzubetreiben. Neurawork empfiehlt sechs Schritte, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

1. Schritt: Kritische KI-Prozesse erkennen

Unternehmen sollten zuerst prüfen, bei welchen Abläufen ein KI-Ausfall den Betrieb ernsthaft beeinträchtigen würde. KI kommt heute beispielsweise in Produktion, Einkauf, Logistik, Kundenservice, Vertrieb oder Buchhaltung zum Einsatz.

Die entscheidende Frage lautet: Was passiert, wenn diese KI morgen nicht mehr verfügbar ist?

2. Schritt: Daten im eigenen Haus behalten

Prompts, Wissensdatenbanken, Dokumente oder Gesprächsverläufe sollten nicht ausschließlich beim KI-Anbieter liegen.

Wichtige Informationen gehören in Systeme, auf die das Unternehmen selbst jederzeit zugreifen kann – etwa SharePoint, eine eigene Datenbank oder den eigenen Cloud-Bereich.

3. Schritt: Prozesswissen dokumentieren

Für jeden wichtigen KI-Prozess sollte festgehalten werden: Welche Informationen gehen hinein? Was soll herauskommen? Welche Regeln gelten? Wer kontrolliert das Ergebnis?

Sonst steckt entscheidendes Wissen möglicherweise nur beim Anbieter oder im Prompt eines einzelnen Mitarbeiters.

4. Schritt: KI-Alternativen kennen

Unternehmen sollten wissen, welche andere KI im Notfall einspringen könnte. Beispiel: Nutzt ein Unternehmen OpenAI für die Angebotserstellung, sollte vorher geprüft werden, ob die gleiche Aufgabe auch mit Anthropic, Mistral oder einem anderen System funktioniert. Das Ziel: Im Ernstfall nicht erst anfangen zu suchen, sondern eine Alternative bereits kennen und getestet haben.

5. Schritt: Einen manuellen Plan B festlegen

Nicht jeder Prozess braucht sofort eine alternative KI. Wichtig ist aber, dass die Arbeit im Ernstfall auch ohne KI weitergehen kann.

Fällt beispielsweise eine KI für die Angebotserstellung oder die Bearbeitung von Kundenanfragen aus, muss klar sein, welche Mitarbeiter manuell übernehmen und wie sie vorgehen.

6. Schritt: Brandschutzübung – den Ernstfall testen

Ein Notfallplan hilft wenig, wenn niemand weiß, ob er funktioniert. Unternehmen sollten deshalb regelmäßig durchspielen: Unsere wichtigste KI ist morgen nicht mehr verfügbar – können wir trotzdem weiterarbeiten?

Dabei zeigt sich schnell, ob Daten zugänglich sind, Prozesswissen dokumentiert ist, ein anderes Modell eingesetzt werden kann und Mitarbeiter den Prozess notfalls manuell übernehmen können.

Wie das praktisch aussieht, zeigt das Beispiel eines mittelständischen Zulieferers mit 200 Mitarbeitern, der KI für die Angebotserstellung nutzt: Angebotsvorlagen und Preislogik liegen im eigenen ERP-System, der Prompt ist im Unternehmens-Wiki dokumentiert, das KI-Modell kann ausgetauscht werden und die Vertriebsmitarbeiter können Angebote im Notfall weiterhin selbst erstellen.

Der KI-Notausgang lässt sich damit auf eine einfache Formel bringen: Risiken erkennen, Daten selbst kontrollieren, Prozesswissen dokumentieren, KI austauschbar halten, einen manuellen Plan B festlegen und den Ernstfall testen.

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